Jun 05 2008
Crowdsourcing oder “Zu viele Köche verderben den Brei.”
Ein Newsletter flatterte mir gerade ins Haus. Da stand ganz unten ein kleiner Link mit dem Thema “Crowdsourcing gescheitert? Cambrian House verkauft.” Der Blog Crowdwisdom hat dazu einen netten Artikel verfasst.
Kurz zusammengefasst: Das Projekt ist gescheitert, weil ihnen die ganze Sache über den Kopf gewachsen ist. Sie konnten die vielen Meinungen und Vorschläge der User nicht mehr verarbeiten.Â
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Irgendwie beschleicht mich langsam der Verdacht, dass das Thema Crowsourcing (CS) noch einiger Feldversuche bedarf bis man das richtige Einsatzgebiet dafür gefunden hat.
Ist es vielleicht denkbar, dass man CS für ernsthafte, komplexe Fragestellungen nicht anwenden kann?
Vielleicht erwarten sich die Crowdsourcer zu viel von den Usern.
Ist es vorstellbar, dass die vielen Millionen Hobbydesigner und Freizeit-Produktexperten sich sogar einen Spaß aus so einem CS-Projekt machen? Statt Fern zu sehen bastelt der Installateur mal schnell an einem neuen Logo für Adidas…. Glaubt wirklich jemand, dass daraus etwas wird?Â
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Beispiel gefällig? Logogestaltung von Spreeblick:
Zig Einsendungen zum Logo. Keines war recht, weil alle die Erwartungen von Spreeblick nicht erfüllt haben. Schlussendlich hat Spreeblick es dann selber erstellt. Toll. Dazu auch ein schöner Artikel bei Kreisrot.
Ein Auszug: ….. dass zwar 100 erste Ideen eingelangt sind, aber nicht die 100ste brillante Idee dabei war….. Eine Logoentwicklung lässt sich eben nicht in einer Stunden erledigen.
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Noch ein Beispiel? Logo von Spreadshirt:
Auch viele Einsendungen. Das Gewinnerlogo wurde dann aber von einer Agentur überarbeitet. Auch toll. Hier der Artikel auf Fontblog.
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Die zwei gescheiterten Projekte oben haben die gleiche Schwachstelle: Sie haben erwartet, dass sich viele Leute hinsetzen und in ihrer Freizeit und dazu ohne oder mit geringer Bezahlung professionelle Leistung abliefern. Die in Aussicht gestellte Reputation hat dann wohl auch nicht so viele dazu bewogen sich ernsthaft mit den gestellten Aufgaben zu beschäftigen. Besonders dreist finde ich das Ganze, wenn man bedenkt, dass diese Firmen aus dem entwickelten Produkt auch noch Kapital schlagen.
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Nüchtern betrachtet:
Aber ich möchte CS nicht verteufeln. Meiner Meinung nach muss man es nur richtig instrumentalisieren.
Ich finde CS im Onlinebereich in gewissen Gebieten sinnvoll. Umfragen, Meinungen, Ideen beurteilen, Produkte testen, Produktvorschläge …. Also alles Dinge, die dem User kein Expertenwissen und nicht viel Zeit abverlangen.
Hier ein paar Grundgedanken zum Werkzeug CS:
1. Den User leiten
2. Dem User etwas in Aussicht stellen
3. Ein einfaches Konzept
4. Eine einfache Fragestellung
5. Zahl der teilnehmenden User festlegen
Grundsätzlich gilt wohl als Erfolgsfaktor:
Die Größe der in Aussicht gestellten Belohnung, ob sie jetzt materiell oder immateriell ist, sollte sich proportional zu Komplexität und Zeitaufwand der gestellten Aufgabe verhalten.
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An dieser Stelle möchte ich noch gerne ein gerade gelaunchtes, sehr ehrgeiziges Crowdsourcing-Projekt vorstellen:
Jeder kann sich mit € 99,- in das Hotel einkaufen und ist danach zusammen mit den anderen 19.999 Hotelmanagern gleichberechtigt an der Führung des Hotels beteiligt und darf natürlich günstig Urlaub machen.
Wie sich das entwickelt? Ich werde sicher wieder darüber berichten.
Hier noch ein PDF mit dem offiziellen Pressetext der Seite.
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Ein Kommentar


Es ist an der Zeit auch einmal etwas zu probieren und nicht nur zu schauen, was die anderen machen! Es gibt so viele Menschen, die immer nur kopieren, kommentieren und vor allem kritisieren!
Mit OWN-HOTEL können die Gäste selbst das Heft in die Hand nehmen; aussprechen, was man gerne haben möchte und gemeinsam neue Ideen entwickeln! Danke, dass Du unser Projekt unterstützt und mithilfst die Idee zu verbreiten!