Mai 19 2008
Grenzen von Web 2.0 Marketing
Ein ungewöhnliches Thema? Ein schwieriges auf alle Fälle. Seit mehreren Wochen kaue ich an diesem Post. Fast hätte ich ihn schon gelöscht, aber das Thema lässt mir einfach keine Ruhe.
Literatur gibt es zwar, aber nicht für den Tourismus und in diesem speziellen Fall beschäftige ich mich auch nur mit der Umsetzbarkeit in KMUs.
(Bild: emedia Nr. 26 zum Thema Webrevolution)
Als Tourismusmarketer versuche ich den ganzen Hype um Web 2.0 realistisch zu sehen. Was ist verwertbar? Was lässt sich umsetzen?
Kein Kunde bezahlt mich für eine Vision. Er will Buchungen sehen. Schließlich und endlich verkaufe ich Produkte und keine Träume. Ganz egal ob es ein großer oder kleiner Kunde ist.
Die Grenzen von Web 2.0 mit denen KMUs im Tourismus zu kämpfen haben lassen sich auf drei Worte reduzieren: Geld, Zeit, Akzeptanz
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1. Zeit ist Geld
Aktuelle Beispiele: Virales Marketing, Blogging und WoM (Word of Mouth)
Tatsache ist: Ein vernünftiges Marketing lässt sich entweder nur in Zusammenarbeit mit einer Agentur bewerkstelligen oder mit genügend Manpower im eigenen Betrieb.
In den meisten touristischen KMUs ist aber Personal im Backoffice rar und wird meist nur in der Wintersaison beschäftigt. Personal kostet schließlich viel Geld. Zudem sind sicher die wenigsten Rezeptionisten mit Viralem Marketing vertraut.
Jetzt kommt sicher der Einwand, dass man auch als Laie Webcontent erstellen kann. Meine Frage dazu: Welcher Hotelier dreht selber seine Videos, beschäftigt sich mit Schnittsoftware und Youtube und kann für seine eigene Seite Minigames programmieren? Und wenn er es kann, wann hat er Zeit dafür?
Ein aktuelles Beispiel wie aufwändig allein die Blogbetreuung in einem Betrieb ist zeigt sich am Sporthotel Stock in Finkenberg. Dort sind allein zwei Mitarbeiter damit beschäftigt den Blog zu bearbeiten. Zudem hat man sich mit Herrn Treichl einen absoluten Spezialisten an Bord geholt. Ergänzt wird der Blog noch mit Facebook, Videos und Bildergalerien von Gästen und Promis. Natürlich ist das Hotel auch kein KMU mehr, das muss man fairerweise sagen.
Einen „normalen“ Hotelblog zu betreuen ist für einen Klein-Hotelier sicher machbar. Alle ein bis zwei Wochen einen neuen Beitrag zu schreiben schafft man auch ohne Marketingabteilung.
Zum Thema WoM:
Gerade lese ich in der aktuellen Internet World einen Kommentar der Webguerillas über WoM. Da plaudert Herr Eicher gemütlich aus dem Nähkästchen wofür man WoM einsetzen kann und wofür nicht und kommt am Ende zu dem Fazit, dass allein eine WoM-Kampagne mit 50.000 aber besser mit 250.000 Euro zu Buche schlägt.
2. Akzeptanz:
Ein altes Thema, das die Tourismusforscher gerne mit wissenschaftlicher Emotionslosigkeit in Alters-, Bildungs- und Einkommensgruppen zerteilen.
Neue Technologien benötigen immer eine gewisse Vorlaufzeit. Vor fünf Jahren hat die Tiroler Tageszeitung einen Artikel gebracht, dass Onlinemarketing nur eine Luftblase und jeder investierte Cent verschwendet sei. Viele Hoteliers wussten damals nichts mit dem Begriff anzufangen und waren damit zufrieden, dass ihre Website online war. Mittlerweile sind Adwords Gang und Gäbe. Die Begriffe Metatags und Domain muss man nicht mehr erklären.
Mit dem selbem Problem kämpfen jetzt Blogs, Hotelbewertungen und Crowdsourcing. Das Medium Internet macht einfach wieder einen Schritt nach vorne.
Mein Fazit:
Als KMU sind die Möglichkeiten im Web 2.0 begrenzt. Einige Werbewege sind einfach aus finanziellen Gründen nicht beschreitbar. Die Frage die für mich bleibt ist: Kann man mit den Möglichkeiten, die einem als KMU bleiben gleich viel erreichen wie mit teuren Kampagnen?
4 Kommentare


Ich würde noch einen dritten Punkt hinzufügen: die eigene Kompetenz. Was nützt einem ein Blog wenn man selbst einfach nicht die Begabung hat, halbwegs interessante prägnante Artikel zu schreiben, ansehnliche und aussagekräftige Fotos zu machen, sehenswerte Videos zu erstellen etc.?
Wahrscheinlich werden kleine Unternehmen ganz andere Wege gehen müßen wie die jetzigen, damit sie gegen die großen bestehen und bei den Suchmaschinen auch noch gefunden werden.
Das könnte zum Beispiel eine Plattform von 10 oder mehr Unternehmen sein, die man zusammen betreibt oder wo jemand bezahlt wird für die Arbeit.
Nur mal so ein Gedanke, man wird die alten Pfade nicht mehr gehen können als kleines und mittleres Unternehmen, da es zu teuer wird oder man es selber nicht kann.
Mfg
Michael Finger
Holztechniker
Ich überlege die ganze Zeit, ob die Fragestellung die richtige ist.
Die Frage nach “Zeit” und “Geld” ist m.E. keine spezifische mit Blick auf die neuen Marketingwege (ich mag dieses “Web Zwonull” nicht). Jede Marketingmaßnahme benötigt ein zeitliches und finanzielles Budget. Die Frage dabei ist doch: Lohnt es sich. Also: Erreiche ich meine Zielgruppe? bzw. Erschließe ich eine neue Zielgruppe? Spiele ich mit der Maßnahme mindestens die Kosten für selbige wieder ein?
Den Punkt von Herrn Schmatz kann ich nur unterstreichen. Oftmals unterschätzt man (=GF, Hoteldirektor etc.) ja gewaltig, weil man gelesen hat, das das eine Blog XY so super funktioniert und flugs sich als CopyCat versucht.
Ich bin der Meinung, daß die neuen (technischen, inhaltlichen) Möglichkeiten eine Vielzahl neuer Ansätze zuläßt und Möglichkeiten für zielgruppenzentriertes Marketing bereithält. Jedoch ist auch hier, wie bei allen Dingen, eine vernünftige, solide Planung und Konzeption notwendig.
Bin hoch erfreut zu sehen das es doch auch in Österreich Leute und Experten gibt die sich ernsthaft mit dem Thema Web 2.0 Internet und deren möglichkeiten für Tourismus beschäftigen.
Oft hatte ich den Eindruck das Hr. Frau Österreicher als einzige noch nicht wissen was Internet eigentlich ist .Oder welche Möglichkeiten Sich da bieten .e-Turisik e-food e-event sind bereiche in denen die Zukunft Steckt .Peinliches Detail am rande man suche mal die ÖSterreich Werbung auf Youtube und wie schawach die zugriffe sind .Web.20 WEb 3.0 sind nicht portierb .Einfach einen Film mag er noch so teuer und Proffesionel gamcht sein bingt keine Zuseher .
Werd hier auf jedenfall des öfteren reinsehn .
Gratulation zum gelungenen Blog